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Hochwasser in Hitzacker – Was der Katastrophenfall für den Bürger bedeutet

von Rene Sasse am 12. Juni 2013, keine Kommentare

Hitzacker-Insel wurde im Rahmen des Katastrophen-Alarms evakuiert und zum Sperr Gebiet erklärt. Was aber genau bedeuet das eigentlich?

Ich zitiere hier aus dem Dokument “Endfassung Allgemeinverfügung zu Evakuierung von Hitzacker (Elbe)

In diesem Zusammenhang können gem. § 34 NKatSG die Grundrechte der körperlichen Un-versehrtheit (Artikel 2 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes), der Freiheit der Person (Artikel 2 Abs. 2 Satz 2 des Grundgesetzes), der Freizügigkeit (Artikel 11 des Grundgesetzes) und der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 des Grundgesetzes) nach Maßgabe des NKatSG eingeschränkt werden.

Vielen Dank. Somit hat die Polizei das Recht sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen um die Bewohner ggf. mit Gewalt aus der selbigen zu holen. Niemand (ausser Ordnungs- und Einsatzkräfte) darf sich somit in dem Sperrgebiet aufhalten.

Als ich mich um meine Ausnahmegenehmigung kümmerte, kam ein Bewohner der Lanke ins Rathaus um ein Papier abzugeben, in dem die Anwohner sich für eine nicht-räumung Ihrer Wohnung einsetzen wollten. Ich war überrascht, dass dieser einfach nur abgebügelt wurde und nicht auf diese klare Rechtsgrundlage hingewiesen wurde. Zugegeben: Ich wußte es ja bis dahin auch noch nicht. Um so mehr war auch ich über diesen Umstand überrascht.

Ich meine, hier übernimmt der Staat zu viel Verantwortung. Ich möchte hier zwischen Privat- und Geschäftsleuten sowie Gaffern unterscheiden. Geschäftsleute agieren komplett auf eigenes Risiko. Egal was sie machen. Warum dürfen diese Personengruppen also nicht bis zu letzt und auf eigenes Risiko in Ihren Häusern / Geschäften / Produktionsräumen bleiben? Niemand verlässt gerne freiwillig sein hab und gut; seine Existenz.

Kommen wir zu den Gaffern. Bei diesem Hochwasser ist in Hitzacker medial sehr ruhig. Der NDR darf sich auf dem Deich Richtung Wussegel aufhalten und wird hin und wieder für eine Live Schaltung gezeigt. Nüchtern betrachtet ist es nun allerdings so, dass in Hitzacker auch nicht viel passiert. Die Wände halten. Keine Wohnung säuft ab. Niemand ist bisher (toi,toi,toi) zu schaden gekommen. Es gibt hier also nichts zu sehen.

Durch den Katastrophenfall steht die Polizei vor den Einfahrten der Stadt und läßt nur noch Anwohner (oder Personen mit Ausnahmegenehmigung)  in die Stadt. Da haben Gaffer keine Chance. Ich stelle mir gerade die Frage, wie ich als nicht-Hitzackeraner in die Stadt gekommen wäre. Geschichten wie „ich will meiner Familie helfen“ haben die Einsatzkräfte vermutlich schon mehr als einmal gehört. Ob es jemanden gibt, der der eigenen Familie nicht helfen konnte weil die Polizei ihn nicht durchließ?

In der Stadt ist es so ruhig wie noch nie. Es fährt kein Auto. Man hört Mauersegler oder Amseln. Ab und zu fliegt mal ein Hubschrauber der Bundeswehr den Deich entlang. Ansonsten Stille. Ich hoffe, dass es nicht die Stille vor dem Sturm ist.

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