Rene's Blog

GEDÄCHTNISSTÜTZEN UND SONSTIGE ERKENNTNISSE

No-Show in Barcamps

von Rene Sasse am 11. April 2013, 4 Kommentare

Das Barcamp Hamburg (#bchh13) … ich fragte mich gerade gestern „Wann gibt’s da wohl den Termin für?“ … und direkt den Tag darauf kam die Mail mit dem Termin: 15 & 16. November 2013. Wieder in den Räumen bei OTTO. Toll :-) Ich freue mich tierisch.

Im letzten Jahr hat mir das Barkamp sehr gut gefallen. Ich muss allerdings anmerken, dass es deutlich mehr Sprecher hätte geben können. Allgemein habe ich das Gefühl, dass in Hamburg gerne und viel konsumiert und um so weniger von den Teilnehmern etwas angeboten wird. Das ist sehr schade. Barcamps leben davon das _alle_ Mitmachen. Ich bin sicher, dass jeder wenigstens einen Vortrag bringen kann. Gut: Vorträge sind nicht jedermann Sache… Aber auf einem Barcamp wurde noch nie jemand aufgefressen, weil man den Faden verloren hat :-) Also traut euch.

Kommen wir zu dem Punkt, der mich ehrlich gesagt sehr schockiert hat: Die hohe No-Show Rate am Freitag und am Samstag. Es ist echt frech, bei einem komplett kostenlosen Event erst gegen 12…13 Uhr aufzutauchen oder womöglich gar nicht zu kommen. Es gab so viele Leute auf der Warteliste, die wirklich gerne gekommen wären und vielleicht auch etwas zum #bchh12 beitragen hätten können :-(

Nun denn. Die Organisatoren haben sich für dieses Jahr dafür entschieden eine Schutzgebühr zu verlangen:

Schutzgebühr

Die katastrophale No-Show Rate am Samstag des letzten Jahres, in Kombination mit einem Spendenergebnis von weniger als 2€ pro Person, hat uns zu einer schweren Entscheid

ung geführt. Wir werden in diesem Jahr erstmalig eine Schutzgebühr in Höhe von 10€ für einen und 19€ für beide Tage nehmen. Die Gelder werden allein zur Kostendeckung des barcamp verwendet sowie ein signifikanter Betrag für einen wohltätigen Zweck gespendet. Für Sonderfälle machen wir natürlich eine Ausnahme, diesbezüglich könnt Ihr Euch jederzeit unter barcamphamburg@gmail.com an uns wenden.

Ich finde, dass ist eine logische Konsequenz und mehr als richtig. Denn scheinbar ist es so, dass nur etwas, dass Geld kostet, auch Wert zu scheinen hat. Traurig, aber wohl war.

Kristin Oldenburg und ich organisieren 8 mal im Jahr den Webmontag Hamburg und haben leider auch ähnlich Erfahrungen gesammelt. Wir haben in der Regel immer mit 15 bis 25% No-Show Quote zu rechnen. Der Webmontag bietet in der Regel immer Platz für ca. 75-100 Personen und die Gästeliste ist ähnlich schnell belegt wie beim Barcamp Hamburg.
Wir haben uns dazu entschieden, die Teilnehmer mit einer selbstgeschriebenen CheckIn Software zu erfassen und ab der 2. Hälfte des Jahres die „schwarzen Schafe“ anzusprechen bzw. aus der XING Gästeliste wieder rauszunehmen. Wir setzen da voll und ganz auf das Verständnis der Teilnehmer.

Ich bezahle die 19 Euro wirklich gerne. Denn ich bekomme an den beiden Tagen ein wirkliches tolles Programm geboten. Es sind viele interessante Personen vor Ort die alle eine Menge zu erzählen haben… Der Gastgeber OTTO bietet jedem Teilnehmer Frühstück, Mittagessen, Kaffee&Kuchen sowie ein kleines Abendbrot an. Kostenlos.

Das muss gewürdigt werden. Durch Anwesenheit. Durch Pünktlichkeit. An beiden Tagen. (und mindestens einem Vortrag!)

4 Kommentare zu “No-Show in Barcamps

  1. „Was nichts kostet…“ – soweit, so richtig. Vielleicht. Aber schaue ich mir die Begründung der bchh-Macher an, dann geht´s, initiiert durch den Samstag, um die Kosten. Wer am Freitag da war, der kann einwerten, ob ein Samstag-Besuch lohnt. Man kann auch die Frage in die Runde werfen, ob die inhaltliche Performance an einem Freitag dafür gesorgt hat, dass die ferngebliebenen Barcamper den Samstag anderweitig besser investiert sahen.

    Anders verhält sich das mit einer Abendveranstaltung a la wmhh. Da spielen ja noch so unangenehme Faktoren wie Tagesgeschäft & Feierabend mit rein.

    Jedoch – und das ist wohl die Unsitte der Gesellschaft: ich werfe mal mein Handtuch auf die Liege, aber benutzen tue ich sie nicht. Und daran kranken Sonnenanbeter auf Malle und barcamps & Webmontage in Hamburg.

  2. Hi Rene, ein schöner Artikel – vielen Dank dafür :-)

    @Henning, ich gebe Dir vollkommen recht. Es gibt natürlich immer noch mehr Faktoren, die in eine solche Sache hineinspielen. Aber gerade beim Webmontag (denn nur für den kann ich sprechen) konnten wir Folgendes feststellen: Das Event ist innerhalb von Minuten ausgebucht. Danach gibt es eine erhöhte Nachfrage von einzelnen Teilnehmern (vollkommen verständlich, für uns allerdings auch viel Arbeit) und am Tag der Veranstaltung werden dann 50% der Plätze wieder freigegeben und das jedes Mal! Und dazu kommt dann noch die genannte No-Show-Quote. Was dann schade ist, sind Anfragen von Teilnehmern, die gerne kommen würden, dafür aber einen Babysitter bräuchten und das etwas langfristiger planen müssten. Als Antwort können wir dann nur geben ‚In der Regel bekommst Du einen Platz…‘, die gewünschte Planungssicherheit können wir dann allerdings nicht garantieren.

    Wie Du schreibst ‚das digitale Handtuch‘ wird eben schnell geworfen, aber eine ‚Absagequote von 50% am Tag der Veranstaltung‘ und eine ‚No-Show-Quote von 15-25% am Abend‘ lassen sich da auch nicht mehr mit den Eventualitäten einer Abendveranstaltung erklären.

  3. Hallo Rene,

    habe Dich auf dem #bchh13 das erste mal gesehen, war sehr unterhaltsam. Mein erstes BarCamp ohne Fachrichtung. Für Dich als alte Rampensau (und das ist nett gemeint) ist es natürlich leicht zu sagen, dass jeder eine Session halten muss.

    Für mich als einer, der einen ganz anderen Charakter besitzt und die Lage lieber erst ein paar mal beobachtet sehe ich das so, dass immer Leute an solchen Events teilnehmen, die das erste Mal dort sind und natürlich positive Erfahrungen mit nach Hause nehmen wollen. Da werden sich diese Leute natürlich nicht am ersten Tag auf die Bühne stellen. Erst durch die Zeit vor Ort und das Kennenlernen der Tolleranz und Akzeptanz der anderen Teilnehmen baut sich das Gefühl auf, dass es tatsächlich nicht verurteilt wird, wenn sich keiner für das selbe Thema interessiert oder eine Session mal aus dem Ruder läuft. Diese Erfahrung muss aber jeder erst einmal machen.

    Nach 2 TYPO3-Camps, 1 GrillCamp und 1 BarCamp habe ich mir für die nächste Teilnahme vorgenommen eine Session übers Angeln von Fischen in Binnenseen und Fließgewässern zu halten, denn für dieses Thema brenne ich.

    Wie ich mitbekommen habe waren viele Neulinge auf dem BCHH13 (die Frage wurde eingangs zur Sessionplanung am Freitag gestellt). Die Zahl von unter 10% an Nicht-Rednern (Zahl aus der letzten Mail vom BCHH) empfinde ich daher als nicht hoch. Eine Schutzgebühr finde ich völlig in Ordnung, da es eine einfache Hürde für die darstellt, die nicht wissen, was sie sonst unternehmen sollen. Wie es sich auf anderen BarCamps verhält kann ich nicht beurteilen – mangels Erfahrung.

    Gruß
    Martin

    • Hallo Martin,

      ich gebe Dir ein wenig recht ;-) Als Neuling ist das natürlich nicht so einfach. Ich schrieb ja auch „sollte“ :-)
      Ein Barcamp ist der beste Ort sich auszuprobieren und zu üben. Und Kontakte zu knüpfen. Als Rampensau (danke für die Blumen *g) werde ich Dein Feedback mal mitnehmen und für’s nächste Barcamp eine passende Session anbieten. Vielleicht ermutigt dass den einen oder anderen etwas anzubieten.

      Viele Grüße
      Rene

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.